Aikido Seminar bei der Highland Ki Society

Bericht zum Aikido Seminar mit Carsten Moeller vom 28.8. - 30.8.2026 in Alness, Schottland.

Ein intensives Seminarwochenende im schottischen Alness bot Stefan und Linus vom Aikido Hechingen tiefe Einblicke in die feinen und weichen Nuancen des Shin Shin Aikido. Das Training legte den Schwerpunkt vor allem auf Stabilität, ein präzises Partnergefühl und fließende Bewegungskonzepte.

Freitagabend

Der Auftakt unter Sensei Carsten Møller aus Dänemark begann klassisch mit Kenkotaiso und einem eingehenden Stretching. Die anschließenden Ki-Tests dienten als unmittelbarer Gradmesser für Zentrierung und Stabilität. Im technischen Teil standen verschiedene Varianten von Katatedori Tenshin Kokyunage im Mittelpunkt, bei denen die Ausweichbewegung (Tenshin) und das direkte Führen des Partners geübt wurden. Ein zentraler Aspekt war hier der Gedanke, den Gegner NICHT werfen zu wollen, sondern im Gegensatz zu helfen, seinen Weg zu finden, bzw. ihn zum Boden zu begleiten.

Die zahlreich erschienenen Aikidoka aus Invernes/Alness und Umgebung, Dänemark, Holland und Deutschland zeigten sich beeindruckt und kamen beim Training durchaus ins Schwitzen.

Samstag

Am nächsten Morgen, nach dem bewährten Start aus Kenkotaiso, Stretching und Ki-Tests widmete Sensei Carsten die erste Einheit den ersten Techniken des Jo Nage aus dem 4. Dan. Zentrale Essenz des Tages war das Konzept von „Öffnen und Schließen“ – sowohl in der Bewegungsausführung als auch als übergreifendes Prinzip. Die Bewegungsabläufe des Shinken wurden Nachmittags erst alleine erarbeitet und im Anschluss in der Partnerübung vertieft. Den Abschluss bildeten fundierte Kokyu-Ho-Übungen.

Abendessen

Für das Abendessen hatten sich die Gastgeber eine Pizzeria in Inverness ausgesucht. Diese lag zufälligerweise gerade einmal zwei Straßenzüge weit entfernt von Stefans und Linus Appartment. Es gab einen Outdoor Pizzaofen, in dem am laufenden Band Pizzen gebacken wurden und das Motto des Abends war All yo can eat - ein perfekter Abschluss des Samstags.

Sonntag

Der Sonntag startete wiederum mit Ki-Tests, diesmal speziell für die Okuden-Ebene. Diese Prüfungen forderten eine hohe Subtilität: Es ging um gegenseitiges Erspüren, Wahrnehmen und gegenseitige Unterstützung bei den Tests statt um bloßen Kraftvergleich.

Bei der anschließenden Ki-Atmung mit verschränkten Fingern nach Shin Shin Toitsu Aikido Stil spiegelte die Bewegungsdynamik exakt das Schneiden mit dem Bokken wider. Eine wichtige Erkenntnis für Stefan war hierbei die von Sensei Carsten vermittelte Präzision beim Testen: Die Bewegung muss an jeder Stelle kontrolliert angehalten werden können, anstatt die Hand einfach fallen zu lassen.

Taigi-Varianten und Angriffe: Bei TW 10 (Ryotemochi gegen zwei bis drei Angreifer) lag ein besonderes Augenmerk auf den Greifmustern – insbesondere bei Shihonage, das hier vom Sensei anders angesetzt wurde als im Hechinger Dojo gewohnt.

Für viele der Techniken brachte der Sensei neue Impulsgebungen mit, z.B. bei Nikyo. Die Ausführung folgte einer für die Hechinger neuen Idee: Nach leichtem Drücken gegen die fixierte Hand und einer Tenshin-Bewegung des Ellenbogens folgte der direkte Weg zurück. Es zeigte sich wieder - es gibt nicht die eine Lösung, sondern man muss sich immer der Situation anpassen.

Kokyu-Ho und Jo Nage: In den Kokyu-Ho-Übungen setzte sich das Leitmotiv des Seminars fort: Öffnen und zur Seite Führen, statt zu versuchen, den Partner zu werfen. Ähnliche Prinzipien prägten auch die weiterführenden Jo Nage-Techniken.

Shinken und Beinarbeit: Bei der Partnerarbeit im Shinken verlangte die genaue Schrittfolge bei den Yokomenuchi die höchste Aufmerksamkeit. Zwei der Highland Aikidoka bereiten sich im Moment auf den 4. Dan vor, sie durften die Kata mehrmals vorführen.

Zum Abschluss führte Soeren, der mit Carsten mitgereist war, Randori mit versch. Angreifern durch, bewaffnet mit einer Kopfkamera, die eine First-Person-View Perspektive lieferte, die wir uns dann zusammen anschauten.

Ein besonderes Highlight waren die beiden karierten Hakama, die Frank mitgebracht hatte. Einer davon war als Geschenk für Angus gedacht, als besonderes Geschenk zu Ehren seines 7. Dan. Die Urkunde dazu überreichte ihm Carsten zu Beginn des Seminars.

Vielen Dank an Carsten und Angus für den tollen Unterricht und an die supergastfreundlichen Highland Aikidoka!